18.2.08

Antwort von Frau Trickl auf Wuiderer's Antwortschreiben

Lieber Wuiderer! (Sehr geehrter Wuiderer würde überhaupt nicht passen)

Vielen Dank für Ihr ausführliches Schreiben. Ich kann Ihnen nur zustimmen, daß der Gemeinderat als Aufsichtsrat versagt hat. Wäre es sonst möglich, daß 162 „Sozialwohnungen“ zum Durchschnittspreis von 27.162 Euro verkauft worden wären? Und dies bei dieser angespannten Finanzlage? Die weitere Vermietung dieser Wohnungen hätte wahrscheinlich sicherlich mehr erbracht, als die Kreditzinsen, die man für 4,4 Millionen entgangenen Verkaufserlös und dadurch Schuldensteigerung monatlich hätte zahlen müssen.

Es wurde schon in der Presse erwähnt, daß Frau Dr. Meierhofer, „der einzigste Mann“ im Gemeinderat gewesen wäre. Ich denke, dem ist nichts hinzuzufügen. Auch zeigt sich ihr Engagement dadurch, daß sie die Einzige war, die sich nach meinem Anschreiben an die Gemeinderäte vor einigen Jahren dafür eingesetzt hat, daß es eine Geschwisterermäßigung (die bundesweit so gut wie überall üblich ist) auch in Garmisch-Partenkirchen bei drei Kindern im Kindergarten gab. Schmid, an den ich ursprünglich mein Anliegen gerichtet hatte, gab nur die lakonische Antwort: „Sie können sich bei einer finanziellen Notlage an das Jugendamt wenden.“ Dr. Meierhofer kämpft schon lange für die Einrichtung einer Kinderkrippe, welche jetzt von Thomas Schmid aufs Wahlprogramm geschrieben wurde und angeblich umgesetzt werden soll. Als Elternbeiratsvorsitzende des Kindergartens Breitenau (des letzten Jahres), habe ich aufgrund meines Bestrebens zur Einführung einer „Kleinkindgruppe“ ganz schlechte Erfahrungen mit der Gemeinde diesbezüglich gemacht und kann dieses Thema nur als Wahlpropaganda sehen.

Ich kann mich noch gut an eine Antwort erinnern, die ich im Jahre 2003 oder 2004 vom Rathaus bekommen habe, als ich mich, nachdem ein Karussell jahrelang am Spielplatz defekt war, dafür einsetzte, daß dieses repariert werden sollte. Letztendlich bekam ich die Antwort: "Ich werde es dem Platzwart sagen, wenn er es reparieren kann, wird er es reparieren. Wenn er ein Teil dazu braucht, wird das nicht geschehen, denn dafür haben wir kein Geld!" Und in der gleichen Zeit wird das Dach der Schule renoviert, werden die Brandschutzauflagen erfüllt, insgesamt also Hunderttausende von Euro für zwei oder drei Jahre investiert? Diese Art von Wirtschaftsführung kann doch wohl nicht sein, da kann doch ein vernünftiger Mensch nicht zustimmen!

Und jetzt sollen wir Bürger still zusehen, wie für ein fragwürdiges Projekt an eine GmbH Millionen verschenkt werden, wobei nur der Vermittler (also die Corona und wahrscheinlich auch deren Handlanger) das große Geschäft machen. Hoppla, so geht es nicht, weil es einfach Gemeindeeigentum ist, daß man nicht so unsozial verteilen darf.


Schmid hat in vielen Dingen die Unwahrheit gesagt, deswegen ist er einfach unglaubwürdig geworden. Wie kann man einen Menschen wählen, den man nicht mehr trauen kann? Dann gibt es auch noch den Spruch: „Wer lügt, der stiehlt auch!“ Wenn man den Verkaufspreis der Sozialwohnungen anschaut, wenn man den Verkaufspreis des Schulgrundstückes anschaut und dieses Festhalten an diesen verlustreichen Verkauf, bei Mißachtung und Übergehen aller anderen Vorschläge, dann fragt man sich, warum. Noch dazu ist diese Lage für ein 5-Sterne-Hotel nicht geeignet.

Ich hänge Ihnen einmal das Anschreiben an die Gemeinderäte an, welches ich in der Hoffnung auf ein Ende dieser Sache geschrieben habe. Man kann nur sagen, daß Hotel ist schon von der Ansicht her kein 5-Sterne-Hotel http://www.merkur-nline.de/fotostrecken/bilder/cme9864,294326.html?SORT=PRIO . Deswegen ist es auch keine Bereicherung. Es ist ganz einfach ausgedrückt, eine Betonburg mit ein paar Gauben. Sehen Sie sich dazu bitte die Stellungsnahme von Dietmar Müller-Elmau oder den beiden Touristikchefs an: http://www.trickl.de/Naehers.htm#Stellungsnahmen . Die Größe erdrückt die Umgebung.

[] Ich finde die Beschneiungen und die Bergbahnen auch wunderbar! Allerdings nicht zu diesem Schuldenanstieg und nicht zum Preis dieser vielen Verkäufe. Was heißt 75 Millionen Schulden? Das sind bei vierprozentiger Verzinsung drei Millionen Euro Zinsaufwand jährlich. Das heißt, das ist jedes Jahr eine tolle Schule mit Bauplatz (aber wahrscheinlich dazu noch ein Kindergarten – für vier Prozent bekommt man nämlich kein Geld), die in Zinsen aufgeht. Außerdem müssen wir uns mit dem Reinwirtschaften beeilen, weil der Klimawandel die Ausnützung dieser Investitionen wahrscheinlich maximal noch 30 Jahre zuläßt, dann wird es schlichtweg zu warm sein, um Schnee zu machen.
Bei jeder Neuanschaffung muß man sich davor überlegen, wie man sie finanziert und man muß auch möglichst günstig zu dem größtmöglichen Erfolg kommen, also das Preis-Leistungsverhältnis vergleichen.

Jetzt heisst das aber nicht, dass ich ein gluehender Schmid Fan bin.
Des ist mir schon auch klar, dass unser Buergermeister Defizite hat, und dass er sehr vielen "wichtigen" Menschen in GAP auf die Fuesse getreten ist. Sicherlich hat er waehrend seiner Diplomatenkarriere nicht allzuviel von Diplomatie gerlernt. Und da gibts noch ganz viel mehr Sachen, die man ihm ankreiden kann.

[] Die Undiplomatie ist noch das Wenigste, wenn er ansonsten Gutes für den Ort bringen würde. Ein Bürgermeister sollte meines Erachtens wie ein Familienvater für seine Bürger und seinen Ort sorgen. Schmid tut das nicht, er zieht tiefe Gräben, nicht nur durch Bagger und Krans (weil er alle gegeneinander ausspielt). Und er ist wie ein Stiefvater, dem nichts an seiner Familie liegt und der sie in den Schuldturm bringt. Außerdem kann er ja immer wieder gehen. Wir werden hier auch noch mit schlechteren Bedingungen leben müssen, wenn Schmid irgendwo anders eine gute Stelle hat.

Aber Thomas Schmid ist derzeit in meinen Augen der einzigste Buergermeisterkandidat, der unseren Ort vorwaerts bringt, weil er eben auf diese Trumpfkarte Tourismus setzt. Ob er dabei alles richtig macht
- wahrscheinlich nicht. Gibt es jemanden, der in seiner Situation alles richtig machen wuerde - wahrscheinlich auch nicht. Warum hat man Herrn Schmid eigentlich erlaubt, dass er so viele Fehler macht, obwohl wir doch ein funktionsfaehiges Kontrollgremium, naemlich den Gemeinderat haben? Wie schaut's eigentlich mit dene aus? Haben die ihren Job gemacht? Warum wurden alle Beschluesse einstimmig gefasst?
Warum hat niemand nachgebohrt, bevor abgestimmt worden ist? Warum hat sich niemand von der CSU waehrend der 5 1/2 Jahre getraut, im Sinne der Bevoelkerung unangenhme Fragen zu stellen? Wenn man heute den Schmid all das vorwirft, was in Zeitungen und Leserbriefen stehen, warum ist noch nie jemand auf die Idee gekommen, dem Gemeinderat zumindest eine Mitschuld zu geben?

[]
Das Handeln der Gemeinderäte ist wirklich nicht nachvollziehbar, wie jetzt der Antrag von CSU Gemeinderat Echter und die Abstimmung zeigt, daß dieses Hotel nicht behandelt wird. Ich weiß auch nicht, wie man Leute so manipulieren kann, daß sie ihrer eigenen Partei schaden. Es war nie Schmids Absicht diese Abstimmung vor der Wahl durchzuführen. Durch den Antrag von Echter hat er jetzt auch noch der CSU den schwarzen Peter zuschieben können.

Beschlüsse wurden häufig mit Lügen oder falschen Tatsachen gefaßt. Schmid hat die Schanze nicht für 15 Millionen angesetzt, sondern sie wurde am 01.03.2007 für knapp 10 Millionen im Gemeinderat verabschiedet. Und für das haben die Räte gestimmt. Laut einem Zeitungsartikel hat er aber am 04.03.2007 bei der Regierung von 12 Millionen gesprochen.
Ebenso dachten die Räte, daß bei diesem Grundstücksverkauf an die Corona etwas hängen bleiben würde. Aber da machte man eine Kalkulation erst 15 Monate nach dem ersten Beschluß und jetzt soll man trotz einer Belastung der Haushaltskasse daran festhalten. Auch stimmten die Räte beispielsweise bei den beiden Gebäuden an der von-Brug-Straße für Neubauten mit Tiefgarage -. Und dann wird ein Parkhaus vom Bauausschuß bewilligt. Das wird dann einfach übergangen und das Schlimme ist, die Räte lassen es sich gefallen.
[]

Ortspolitik kann sehr gut funktionieren, wenn Vorstand
(Buergermeister) und Aufsichtsrat (Gemeinderat) das tun, zu dem sie gewaehlt worden sind. Leider Gottes hat in den letzten 6 Jahren nur der Buergermeister Gas gegeben und der Aufischtsrat ist uninteressiert danebengestanden, hat alles einstimmig abgesegnet, damit man schnellstmoeglich aus der Sitzung wieder rauskommt. (Des mit "damit sie in'd Wirtschaft gehen koennen und a halbe Bier trinken" erspare ich mir lieber)

Ich bitte um Ihr Verstaendnis, dass ich erst jetzt auf Ihre Herzensangelegenheit, der Krankenhausschule eingehe. Ihre Punkte, die Sie in Ihrer Mail und in den Leserbriefen vertreten, machen sehr viel Sinn und sind aus Ihrem Blickwinkel verstaendlich. Bitte verzeihen Sie mir, dass ich trotz Ihrer vielen Punkte, die darauf schliessen lassen, dass der Standort des viel diskutierten 5 Sterne Hotels nicht der Richtige ist, immer noch fuer die Umsetzung dieses Projektes bin.
Ich bin auch der Meinung, dass es vielleicht bessere Standorte geben wuerde, wie der von der Corona ausgesucht wurde. Aber derzeit ist halt nur ein Investor vorhanden, (weil der Schmid alle anderen verkrault hat?!), und wenn wir jetzt wieder einen vom Gemeinderat zugestimmten Beschluss kippen, dann garantiere ich Ihnen, dass es noch sehr, sehr lange dauern wird, bis wir nochmals einen "Bloeden" finden werden, der sich auf das Risiko einlaesst, nach Zustimmung des Gemeinderats viel Geld zu investieren und dann doch nicht erlaubt bekommt, sein Projekt zu realisieren.

[]Natürlich wäre es gut, wenn man Investoren nicht vor den Kopf schlagen müßte, allerdings wäre es in diesem Fall besser, als diese Riesendummheit zu begehen und millionenschwere Verluste für den Markt hinzunehmen. Das Vertrauen von Investoren wird man nicht dadurch zurückgewinnen, wenn Schmid am Ruder bleibt. Es ist überhaupt unvorstellbar, wie der Gemeinderat unter Schmid weiterhin funktionieren soll, nachdem die Stimmung schon gegen Schmid so hochgekocht ist.

Vielleicht koennen Sie jetzt verstehen, wieso dieses 5-Sterne Hotel auf dem Grundstueck Ihrer geliebten Krankenhausschule fuer mich so wichtig ist. In meinen Augen geht es einfach gesagt um die wirtschaftliche Zukunft unseres Ortes und unserer Bevoelkerung.
Zusaetzlich wuerde ich mir wuenschen, dass eine bluehende Tourismus Destination unserem Nachwuchs (u.a. Ihre Kinder und meine) eine Existenzgrundlage beschert.

[]Die offenen Stellen in der Gastronomie können wir schon heute nicht mit den Garmisch-Partenkirchenern ausfüllen. Die Stellen, welche durch dieses Hotel neu geschaffen werden, ziehen wieder nur Billigverdiener (zum großen Teil Ausländer) nach Garmisch-Partenkirchen. Die paar leitenden Stellen, werden meistens auch nicht an Gemeindebürger vergeben sondern vom Konzern intern besetzt. Für meine Kinder wünsche ich mir wirklich andere Arbeitsplätze als in diesem Niedriglohnsegment.

Um Garmisch-Partenkirchen im Tourismusgeschaeft wieder wettbewerbsfaehig zu machen – und nur so geht's mit unserem Ort wieder aufwaerts – muessen alle von uns Zugestaendnisse machen. Jeder muss an einem Strick ziehen. Es gibt viel zu tun, aber glauben Sie mir, es wuerde sich wirklich lohnen.

[]Durch dieses Hotel wird der Markt nicht wettbewerbsfähig, ich lasse dazu Müller-Elmau sprechen: Aus meiner Sicht entspricht jedoch der von Ihnen beschriebene Standort nicht den Ansprüchen eines 5* Hotels, er ist bestenfalls drittklassig und wird daher wohl auch keinen erstklassigen Betreiber finden. Allerdings bin ich mit den Interna von Garmisch nicht vertraut und weiss überhaupt nicht, ob die aus meiner Sicht geeigneten Standorte für eine Bebauung zur Verfügung stehen. Wenn jedoch nicht das Optimum angestrebt wird, wird es sich auch nicht einstellen. Eine erstklassige, exklusive Lage - möglichst auch in der Nähe bzw. am besten auf einem 18 Loch Golfplatz und eine erstklassige, spektakuläre Architektur sind unverzichtbar für ein erstklassiges, exklusives Hotel in Garmisch. Ein solches Hotel könnte ein gesellschaftlicher und kultureller Mittelpunkt werden, den Garmisch bisher nicht bietet. Sofern jedoch ersteinmal mangels besserer Möglichkeiten ein 4* Hotel gebaut werden soll, ist der jetzt vorgesehene Standort wahrscheinlich ausreichend. Die Architektur sollte jedoch auch in diesem Fall höchste, ästhetische Ansprüche erfüllen und für Garmisch zusätzlich international Renommee bringen, was bei dem mir bekannten Modell, noch nicht der Fall zu sein scheint. Daher wäre ein Architektur Wettbewerb sicher notwendig. .“ ( Quelle: e-mail vom 01.02.2008)

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hamma Di dawischt, Wuiderer. A ganz schön lange Aufzählung is des, wovon GAP wirtschaftlich Deiner Meinung nach profitieren kann. Und Du hast ja recht, aber halt nur zum Teil: "Unsere Gegend, unsere Berge, unsere traumhaft schoenen Skiabfahrten, unsere Wanderwege, unsere Berhuetten, unsere Mountain Bike Trails, unsere Sportveranstaltungen
im Sommer und Winter und die Moeglichkeit auf ein sensationell gutes Kongress- und Incentivgeschaeft. Sicherlich habe ich jetzt noch viele
weitere Schmanckerl diesbezueglich uebersehen". Ja, Wuiderer. Was ganz wichtiges hast Du übersehen. Das Gefühl der Touris, dass es hier noch echte "Heimat" gibt. Und dazu gehört mehr als Berge und frische Luft. Dazu gehören alte Dörfer mit Charme, romantische Villenviertel, das Gefühl einer reichen Vergangenheit auf Schritt und Tritt, wunderschöne Bauernhäuser mit geranienbehangenen Balkonen,
urige Wirtschaften, die sich nicht als Touristenfallen entpuppen und Menschen, die Tradition aus Überzeugung leben und die für ihre Heimat kämpfen. Auch Gäste, die im 5-Sterne-Hotel wohnen, stehen darauf. Von einem Pyrrhussieg hat der frechste Wuiderer nix. In diesem Sinne:
Nix für ungut, aber überleg Dir's noch amal, wofür Du kämpfst, wennst Dir Deine Wuiderer-Mützn überziehst. Da Jaga