15.2.08

Wuiderer's Antwort auf Frau Trickl's Mail

Sehr geehrte Frau Trickl,

vielen herzlichen Dank fuer Ihre Mail und fuer Ihre Arbeit, Ihre
Sichtweise so ausfuehrlich zu schildern.

Natuerlich verfolge ich mit grossen Interesse Ihre Leserbriefe und
Ihre E-Mails mit der Bitte um Weiterleitung. Weitergeleitet werden
sie, das kann ich Ihnen bestaetigen... :-)

Ich kann Sie natuerlich schon in sehr vielen Punkten verstehen und
finde es toll, dass es immer noch ein paar Buerger gibt, die sich um
die Zukunft unserer Heimat sehr viele Gedanken machen. Leider Gottes
haben wir allerdings davon zu wenig, die nur immer gscheit daherreden,
aber nie was unternehmen, um die Probleme in unserem Ort zu "lindern".

Wie Sie anhand meiner Blogs ersehen koennen, erscheinen die nur sehr
unsregelmaessig. Das hat ausschliesslich damit zu tun, dass ich
beruflich sehr viel unterwegs bin und einfach keine Zeit habe, nicht
nur was zu schreiben, damit es geschrieben ist, sondern Blogs zu
schreiben, die man nicht schnell in 5 Minuten schreibt. Wie gesagt,
ich komme in der Welt sehr viel herum und versuche, die verschiedenen
Infrastrukturen dieser Staedte zu erkennen. Regionen, die aehnlich
Infrastrukturen haben, wie Garmisch - Partenkirchen (und davon gibt es
erstaunlicherweise sehr viele) interessieren mich natuerlich da am
meisten. Ueberall gibt es identische Probleme. Hohe
Grundstueckspreise, sehr stark tourismusabhaengig, Wegzug der Jugend
in naheliegende Staedte mit besserer Aussicht auf gute Jobs und
dadurch eine immer groessere Veralterung der Bevoelkerung.

Die jungen Einheimischen koennen sich doch quasi nur noch leisten,
hier in GAP zu leben, wenn sie aus dem Sach der Eltern profitieren
koennen. Oder sie haben einen Beruf erlernt, in dem sie ihre
Faehigkeiten in der heimischen Handwerkszunft einbringen koennen. Der
Max Wank hat das Problem auch erkannt. Daher schlaegt er vor, IT
Betriebe nach Garmisch zu bringen, um der heimischen Jugend bessere
Jobperspektiven in Aussicht zu stellen. Sie und ich wissen doch ganz
genau, dass aufgrund dieser besonderen Infrastruktur, in der wir
leben, keine dieser Firmen nur auf die Idee kaemen, sich bei uns
anzusiedeln. Sicher wuerden sich viele gute Leute um einen Job
bewerben, damit sie hier leben duerften. Allerdings kommt schon
alleine aus steuerlichen Gruenden, sowie aus Mangel von
Foerderungsprogrammen, die in gewerbeorientierten Regionen
grosszuegigst angeboten werden, eine Ansiedlung solcher Unternehmen
aus betriebswirtschaftlichen Gruenden nie und nimmer in Frage. (Siehe
Nokia in Bochum... wieviel Gewinn hat diese Filiale jaehrlich
eingefahren und sperrt trotzdem zu?) Ausserdem ist und wird unser Ort
nie diese Strukturen haben, weil sie einfach nicht zu uns passen, Gott
sei Dank!

So, was bleibt uns also dann uebrig? Unsere Gegend, unsere Berge,
unsere traumhaft schoenen Skiabfahrten, unsere Wanderwege, unsere
Berhuetten, unsere Mountain Bike Trails, unsere Sportveranstaltungen
im Sommer und Winter und die Moeglichkeit auf ein sensationell gutes
Kongress- und Incentivgeschaeft. Sicherlich habe ich jetzt noch viele
weitere Schmanckerl diesbezueglich uebersehen, aber Sie wissen
sicherlich, was ich meine...

In den letzten 100 Jahren haben wir vom Tourismus gelebt, und nur vom
Tourismus, teilweise gut, dann wieder nicht so gut. Warum leben so
viele Menschen in unserer Heimat derzeit nur noch von der Substanz?
Weil in den letzten 30 Jahren (vielleicht muessen wir a bisserl die
letzten 6 Jahre ausklammern) nichts, aber absolut gar nichts
unternommen wurde, unseren Ort tourismusmaessig weiterzuentwickeln.
Alle, Buergermeister, Hoteliers und Dienstleistungsanbieter
profitierten von den Erfolgen der 60er und 70er Jahre. Alle meinten,
dass es ja eh so weitergehen wird, wie in den letzten 30 Jahren...
Leider Gottes haben damals die lieben Buergermeister, Hoteliers und
Gemeinderaete nie ueber den Suppenrand hinausgeschaut, weil mir ja
sowieso die besten san und uns koana was sogn muas und braucht.

Dann ist unser geliebter Thomas Schmid aus Kanada eingschneit (O-Ton
Sabrina Mandl) Elisabeth Koch tat etwas, was sie anscheinend heute
sehr stark bereut - sie hat es durch ihre anscheinend sehr guten
Beziehungen geschafft, Herrn Schmid als Buergermeisterkandidat der CSU
zu hiefen. Alle waren's begeistert und der Schmid ist mit grosser
Mehrheit gewaehlt worden. So, jetzt sage ich Ihnen, warum ich ihn
wahrscheinlich auch am 3. Maerz wieder waehlen werde: er war der erste
Buergermeister seit 30 Jahren, der erkannt hat, dass wir nur eine
Chance haben, um einen langfristigen Wohlstand in
Garmisch-Partenkrichen zu garantieren. Durch TOURISMUS.

Jetzt heisst das aber nicht, dass ich ein gluehender Schmid Fan bin.
Des ist mir schon auch klar, dass unser Buergermeister Defizite hat,
und dass er sehr vielen "wichtigen" Menschen in GAP auf die Fuesse
getreten ist. Sicherlich hat er waehrend seiner Diplomatenkarriere
nicht allzuviel von Diplomatie gerlernt. Und da gibts noch ganz viel
mehr Sachen, die man ihm ankreiden kann.

Aber Thomas Schmid ist derzeit in meinen Augen der einzigste
Buergermeisterkandidat, der unseren Ort vorwaerts bringt, weil er eben
auf diese Trumpfkarte Tourismus setzt. Ob er dabei alles richtig macht
- wahrscheinlich nicht. Gibt es jemanden, der in seiner Situation
alles richtig machen wuerde - wahrscheinlich auch nicht. Warum hat man
Herrn Schmid eigentlich erlaubt, dass er so viele Fehler macht, obwohl
wir doch ein funktionsfaehiges Kontrollgremium, naemlich den
Gemeinderat haben? Wie schaut's eigentlich mit dene aus? Haben die
ihren Job gemacht? Warum wurden alle Beschluesse einstimmig gefasst?
Warum hat niemand nachgebohrt, bevor abgestimmt worden ist? Warum hat
sich niemand von der CSU waehrend der 5 1/2 Jahre getraut, im Sinne
der Bevoelkerung unangenhme Fragen zu stellen? Wenn man heute den
Schmid all das vorwirft, was in Zeitungen und Leserbriefen stehen,
warum ist noch nie jemand auf die Idee gekommen, dem Gemeinderat
zumindest eine Mitschuld zu geben?

Ortspolitik kann sehr gut funktionieren, wenn Vorstand
(Buergermeister) und Aufsichtsrat (Gemeinderat) das tun, zu dem sie
gewaehlt worden sind. Leider Gottes hat in den letzten 6 Jahren nur
der Buergermeister Gas gegeben und der Aufischtsrat ist uninteressiert
danebengestanden, hat alles einstimmig abgesegnet, damit man
schnellstmoeglich aus der Sitzung wieder rauskommt. (Des mit "damit
sie in'd Wirtschaft gehen koennen und a halbe Bier trinken" erspare
ich mir lieber)

Ich bitte um Ihr Verstaendnis, dass ich erst jetzt auf Ihre
Herzensangelegenheit, der Krankenhausschule eingehe. Ihre Punkte, die
Sie in Ihrer Mail und in den Leserbriefen vertreten, machen sehr viel
Sinn und sind aus Ihrem Blickwinkel verstaendlich. Bitte verzeihen Sie
mir, dass ich trotz Ihrer vielen Punkte, die darauf schliessen
lassen, dass der Standort des viel diskutierten 5 Sterne Hotels nicht
der Richtige ist, immer noch fuer die Umsetzung dieses Projektes bin.
Ich bin auch der Meinung, dass es vielleicht bessere Standorte geben
wuerde, wie der von der Corona ausgesucht wurde. Aber derzeit ist halt
nur ein Investor vorhanden, (weil der Schmid alle anderen verkrault
hat?!), und wenn wir jetzt wieder einen vom Gemeinderat zugestimmten
Beschluss kippen, dann garantiere ich Ihnen, dass es noch sehr, sehr
lange dauern wird, bis wir nochmals einen "Bloeden" finden werden, der
sich auf das Risiko einlaesst, nach Zustimmung des Gemeinderats viel
Geld zu investieren und dann doch nicht erlaubt bekommt, sein Projekt
zu realisieren.

Vielleicht koennen Sie jetzt verstehen, wieso dieses 5-Sterne Hotel
auf dem Grundstueck Ihrer geliebten Krankenhausschule fuer mich so
wichtig ist. In meinen Augen geht es einfach gesagt um die
wirtschaftliche Zukunft unseres Ortes und unserer Bevoelkerung.
Zusaetzlich wuerde ich mir wuenschen, dass eine bluehende Tourismus
Destination unserem Nachwuchs (u.a. Ihre Kinder und meine) eine
Existenzgrundlage beschert.

Um Garmisch-Partenkirchen im Tourismusgeschaeft wieder
wettbewerbsfaehig zu machen – und nur so geht's mit unserem Ort wieder
aufwaerts – muessen alle von uns Zugestaendnisse machen. Jeder muss
an einem Strick ziehen. Es gibt viel zu tun, aber glauben Sie mir, es
wuerde sich wirklich lohnen.

Meinen Wuiderer Blog werde ich aus Zeitgruenden nicht mehr lange
schreiben. Solange es den Wuiderer aber noch gibt, bitte ich um Ihr
Verstaendnis, dass ich bis zur Einstellung dieses Blogs Sie ganz
herzlich mit

Wuiderer

gruesse!

P.S. Wenn Sie einverstanden sind, stelle ich Ihre Mail und mein
Antwortschreiben in den Wuiderer Blog. Geben Sir mir bitte kurz
Bescheid, ob das fuer Sie o.k. ist, danke!

1 Kommentar:

melesofa hat gesagt…

I don’t usually reply to posts but I will in this case.

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